Heileurythmie
Heileurythmie ist eine aus der Anthroposophie von Rudolf Steiner ganz neu entwickelte Therapieform, eine bis dahin nie dagewesene Bewegungstherapie, die sowohl auf den Körper, Seele und den Geist heilend wirken kann.
Rudolf Steiner’s Anliegen war es, dass möglichst jedes Kind in der Waldorfschule immer wieder Heileurythmie machen sollte, verordnet vom Schularzt. Dabei ging es ihm nicht um Behandlung von Krankheiten, sondern um Entwicklungsförderung.
Heutzutage hat man vielen Entwicklungshemmungen Namen gegeben, z.B. Legasthenie, ADHS, Bettnässen, Hyperaktivität, Sensomotorische Entwicklungsverzögerung, Ängste, usw., um nur einige zu nennen.
Das Wachstum des Menschen vollzieht sich in Schüben und nicht unbedingt zeitgleich. Ein körperlicher Wachstumsschub, z.B. bedeutet nicht, dass die Seele zeitgleich auch einen Wachstumsschub vollzieht. Hier hat die Heileurythmie reichhaltige Möglichkeiten, harmonisierend eingreifen und zu wirken.
Wie kann man sich nun diese Wirkungsweise der Heileurythmie vorstellen? Dazu werfen wir einmal einen Blick auf die Embryonalentwicklung und die Entstehung des Herzens. Zuerst ist im Embryo allein ein Blutkreislauf vorhanden. Dieser Blutkreislauf pulsiert rhythmisch, erst allmählich bildet er Verwirbelungen, die dann nach und nach zur Bildung des Herzorgans führen. Das Herzorgan bildet dann in seiner Tätigkeit, die es gebildet hat, die pulsierenden, rhythmischen Bewegungen wiederum ab. Wenn nun z.B. das Herz aus dem Takt gerät, kann man entsprechende, spezielle heileurythmische Bewegungen ausführen lassen, die dem Herz gewissermaßen, wie von aussen nach innen wirkend zeigen, wie seineBildungsbewegungen durch den Blutkreislauf ursprünglich gewesen sind. So kann das Herz wieder in seinen gesunden Takt finden; also eine Bewegungsmedizin. Um wirksam durch Heileurythmie behandeln zu können, muss man eine umfassende Kenntnis, der mannigfaltigen Bildeprinzipien der Organe und der Ausformung des menschlichen Organismus haben; ausserdem natürlich auch fundierte medizinische Kenntnisse von den unterschiedlichen Krankheiten und Entwicklungsstörungen, um die durch Krankheiten verursachten Abweichungen der Organbildekräfte zu verstehen.So einfach, wie das Grundprinzip der Heileurythmie erscheint, so kompliziert ist aber eine sachgerechte Anwendung derselben.
Dazu kommt, dass eine Abweichung oder eine Krankheit nicht zwingend nach einem Schema verläuft, sondern immer in individueller Ausprägung beim Menschen. Das gerade ist das Wunderbare und Schoene in meiner Tätigkeit als Heileurythmistin an der Schule, das Individuelle, das Rätsel Mensch in jedem einzelnen Kind, wenigstens etwas zu lösen zu versuchen.
Sprachgestaltung
Die Arbeit mit Lauten, Rhythmen und innerem Erleben im Sprechen wirkt auf den ganzen Menschen und unterstützt die Schülerinnen in ihrer leiblichen und seelischen Entwicklung.
Der sprechend-atmende Mensch steht im Vordergrund, der seine Gedanken, Gefühle und Intentionen ausspricht und zu einer gesunden Selbstsicherheit findet. Die Sprachgestaltung erfordert ein genaues Hinhören und bildet die Sprachorgane aus in Artikulation, Atmung, Geläufigkeit und Stimme.